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Einführung
Leisure & Event Management:
MESSEN
Messen haben eine lange Tradition als Handels-
und Informationsplätze.
Trotz des vielfältigen IT-Kommunikationsmöglichkeiten
im 21. Jh. haben Messen insbesondere als physisches Zusammentreffen
von Angehörigen einer Branche (B-2-B) nicht an Bedeutung verloren.
Für die Kommunikation mit dem Endverbraucher
(B-2-C) spielen sie allerdings je nach Branche eine geringer werdende
Rolle.
Unterschied zu anderen Events: - Meist
regelmässige Durchführung (üblicherweise jährlich)
- teilweise bereits lange Tradition, z.B.
Leipziger Messe seit 1165, Scarborough Fair (England) seit 1161
- an festen Standort gebunden (heute aber
auch exportiert bzw. virtualisiert)
Deutsche Messe Hannover:
Messen als Marketinginstrument
Messen sind eines der wichtigsten Instrumente im Marketing-Mix. In Umfragen
liegen Messeauftritte noch vor dem persönlichen Verkauf und
Firmenpräsentationen. Lediglich der eigene Internetauftritt wird als wichtiger
angesehen. Vor allem auch kleinere Unternehmen setzen auf die internationalen
Leitmessen in Deutschland um ihre Exporte auszubauen.
Laut einer Studie
des AUMA aus dem Herbst 2006 sind die wichtigsten Absatzziele von Unternehmen
bei Messen die Steigerung der Bekanntheit, die Neukundengewinnung, die
Präsentation von Produkten bzw. Leistungen und die Stammkundenpflege. Der Grund
hierfür liegt darin, dass Messen Unternehmen die Gelegenheit bieten, ihre
Präsenz in der Branche zu unterstreichen. Sie können sich im
Wettbewerbsvergleich positionieren und eine Kundenkommunikation pflegen, die
ihnen ansonsten nicht möglich ist. Die Business-to- Business Kommunikation auf
Messen weist daher auch nur geringe Streuverluste auf.
Somit sind zwanzig
Messekontakte pro Tag effektiver, als jede andere Kommunikationsmaßnahme. Vor
diesem Hintergrund wird klar, warum über zwei Drittel der deutschen
Messeaussteller die internationalen Messen in Deutschland als wichtig oder sehr
wichtig für ihr Auslandsgeschäft betrachten.
| Quantitative Ziele der Messebeteiligung |
2004 |
2006 |
| Bekanntheit steigern |
92 % |
90 % |
| Neukundengewinnung |
92 % |
92 % |
| Präsentation von Produkten / Leistungen |
90 % |
85 % |
| Stammkundenpflege |
89 % |
88 % |
Messestandort Deutschland
Die Lage Deutschlands im Zentrum der Europäischen Union, eines der größten
Binnenmärkte mit mehr als 450 Millionen Menschen, übt ihre Attraktion auch auf
weit entfernte Partner aus. Die hervorragende Infrastruktur, mit zahlreichen
internationalen Flughäfen und einem dichten Straßen- und Schienennetz,
ermöglicht eine leichte und komfortable An- und Abreise zu den Veranstaltungen.
Die Basis jeder guten Geschäftsbeziehung ist das Gespräch. Die Messen in
Deutschland sind daher geprägt von einer intensiven Zusammenarbeit von
Ausstellern, Besuchern und Veranstaltern um einen optimalen Service und
marktorientierte Fachmessenkonzepte bieten zu können. Für Aussteller und
Besucher zeigt sich dies insbesondere in den vielfältigen Angeboten über die
Messestände hinaus. So sind Plattformen für einen umfassenden Meinungsaustausch,
Fachkongresse und Symposien von internationalem Format, Tagungen und Events
fester Bestandteil deutscher Messen. Hier werden neue Perspektiven von Experten
aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik aufgezeigt und Forschungsergebnisse
diskutiert. Die enge Zusammenarbeit mit Journalisten der Tages- und
Fachpresse sorgen dafür, dass Ihre Messe einen hohen Stellenwert in der
Öffentlichkeit erhält. Auf begleitenden Pressekonferenzen werden Branchentrends
und Innovationen präsentiert und Besuche hochrangiger Politiker und
Wirtschaftsführer tragen dazu bei, dass die Situation Ihrer Branche auch
Gegenstand der wirtschaftspolitischen Diskussion ist.
Auf 24 deutschen
Messeplätzen stehen für die Durchführung überregionaler und internationaler
Messen und Ausstellungen knapp 2,7 Mio. m² Hallenfläche zur Verfügung, ergänzt
durch professionelle, kompetente und erfahrene Messeveranstalter.

Verbände und Organisationen

Der 1907 gegründete AUMA (Ausstellungs- und Messe-Ausschuss
der Deutschen Wirtschaft e.V.) ist der Verband der deutschen Messewirtschaft. Er
hat sich zur Aufgabe gesetzt Aussteller und Besucher zu informieren, deutsche
Veranstalter bei ihren Auslandsmesseaktivitäten zu unterstützen und zur
Transparenz des Messemarktes beizutragen. www.auma.de
FKM: Die
Gesellschaft zur freiwilligen Kontrolle von Messe- und Ausstellungszahlen (FKM)
hat einheitliche Regeln für die Ermittlung von Aussteller-, Flächen-,
Besucherzahlen und Besucherstrukturen aufgestellt sowie standardisierte
Antwortvorgaben für Besucherbefragungen entwickelt. Auf diese Weise wird eine
Vergleichbarkeit einzelner Veranstaltungen erreicht. Die Einhaltung der Regeln
lässt die FKM durch eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft kontrollieren.
UFI: Die UFI (Union des Foires Internationales) ist der
internationale Interessensverband der weltweit größten Messeveranstalter und
Messegeländeeigentümer. Ziel der UFI ist es eine Plattform zum Austausch von
Ideen und Erfahrungen zu bieten und den Mitgliedern Unterstützung durch
Promotion von Fachmessen, Veranstaltung von Seminaren und Bereitstellung von
Studien zukommen zu lassen.

Die Geschichte der ITB
Mit neun Ausstellern fing alles anDie Internationale Tourismus-Börse zieht in jedem Jahr mehr als
hunderttausend Besucher in die deutsche Hauptstadt und gilt als internationaler
Treffpunkt der Branche. Von den mehr als 10.000 Ausstellern reisen drei Viertel
aus aller Welt an. Auch knapp ein Drittel der Fachbesucher kommt aus dem
Ausland, um sich auf der ITB über aktuelle Marktentwicklungen zu informieren und
Geschäfte abzuschließen.Bescheidene Anfänge 2009 findet die ITB Berlin
zum 43. Mal statt. Noch 1965, ein Jahr vor der ersten Durchführung, war man
seitens der Spitzenverbände des deutschen Fremdenverkehrsgewerbes nicht
begeistert von der Idee, in Berlin eine Fachmesse für diesen Wirtschaftszweig zu
etablieren. In den Archiven der Messe Berlin findet sich ein Briefwechsel, in
dem von der Veranstaltung einer "Börse des Tourismus" wegen "vollständiger
Zwecklosigkeit" dringend abgeraten wird.
Trotzdem hob der Gründungsvater der ITB Berlin, Prof. Dr. Manfred Busche,
1966 die erste Veranstaltung aus der Taufe. Sie fand im Rahmen einer
Übersee-Importmesse statt: Neun Aussteller aus fünf Ländern (Ägypten, Brasilien,
die BR Deutschland, Guinea und der Irak) stellten auf einer
Ausstellungsfläche von 580 Quadratmetern auf dem Messegelände ihr Angebot 250
Fachbesuchern vor.
Goldenen Jahre der Tourismusbranche Der sprunghafte
Anstieg der Angebote für Urlauber und die schnell zunehmende Zahl von Firmen und
Organisationen dieser Branche in den 60er Jahren bescherten 1968 auch der
zweiten Veranstaltung großen Erfolg. Die "2. Internationale Börse des Tourismus"
fand zeitgleich mit der Internationalen Boots- und Freizeitschau Berlin statt.
Das "Superreisebüro" auf Zeit, jetzt auf 4.700 Quadratmetern, hatte inzwischen
1.250 Fachbesucher. 123.500 Berliner informierten sich über fremde
Reiseziele.
Mit Rumänien und Ungarn präsentierten sich in der Zeit des kalten Krieges
zwei Staaten des Ostblocks. Die ITB Berlin sollte auch in allen Folgejahren eine
Präsentationsplattform über politische Grenzen hinweg bleiben, in der sich
Aussteller aus der DDR oder der Sowjetunion genauso wie Ägypten und Israel in
friedlicher Koexistenz während des Sechstagekrieges präsentierten.
Die Ausstellungsfläche der ITB Berlin wuchs rasant: Mit 13.400 Quadratmetern
war 1972 erstmals eine fünfstellige Zahl erreicht. 1976 standen bereits 35.500
Quadratmeter zur Verfügung. Die ITB Berlin war längst zu einem Medienereignis
geworden. Erstmals vergab der Verband Deutscher Reisejournalisten den von nun an
jährlich verliehenen Preis für Personen, die sich um den Tourismus verdient
gemacht haben.
Neue Ziele, neue Angebote Die ITB Berlin gehört
inzwischen zum festen Bestandteil des Veranstaltungskalenders der großen
internationalen Tourismusverbände PATA, WTO, WTTC, COTAL und ASTA und des
Marketingkalenders der touristischen Unternehmen. Sie ist die weltweit größte
Reisemesse.
In den 80er Jahren gab es kritische Stimmen zur problematischen Seite des
Tourismus. Sie führten zu neuen, alternativen Reiseangeboten. Trends wie sanfter
Tourismus oder Gesundheitstourismus in den 90er Jahren und später die
Wellnesswelle wurden auf der ITB aufgegriffen und mitgeprägt.
Quelle: Messe Berlin (Auszug)
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