Prof. Dr. Wolfgang Georg Arlt
International Tourism Management

 

You are on www.arlt-lectures.com

Best viewed with Internet Explorer

 

 

 

ITM Bachelor 3. Sem / BWL 3.+5. Sem.
8355: Fallstudienpraktikum Leisure&Event Management 

 

 

Einführung Leisure & Event Management:

MESSEN

 

Messen haben eine lange Tradition als Handels- und Informationsplätze.

Trotz des vielfältigen IT-Kommunikationsmöglichkeiten im 21. Jh. haben Messen insbesondere als physisches Zusammentreffen von Angehörigen einer Branche (B-2-B) nicht an Bedeutung verloren.

Für die Kommunikation mit dem Endverbraucher (B-2-C) spielen sie allerdings je nach Branche eine geringer werdende Rolle.

Unterschied zu anderen Events:
- Meist regelmässige Durchführung (üblicherweise jährlich)

- teilweise bereits lange Tradition, z.B. Leipziger Messe seit 1165, Scarborough Fair (England) seit 1161

- an festen Standort gebunden (heute aber auch exportiert bzw. virtualisiert)

 

 

Deutsche Messe Hannover:

Messen als Marketinginstrument

Messen sind eines der wichtigsten Instrumente im Marketing-Mix. In Umfragen liegen Messeauftritte noch vor dem persönlichen Verkauf und Firmenpräsentationen. Lediglich der eigene Internetauftritt wird als wichtiger angesehen. Vor allem auch kleinere Unternehmen setzen auf die internationalen Leitmessen in Deutschland um ihre Exporte auszubauen.

Laut einer Studie des AUMA aus dem Herbst 2006 sind die wichtigsten Absatzziele von Unternehmen bei Messen die Steigerung der Bekanntheit, die Neukundengewinnung, die Präsentation von Produkten bzw. Leistungen und die Stammkundenpflege. Der Grund hierfür liegt darin, dass Messen Unternehmen die Gelegenheit bieten, ihre Präsenz in der Branche zu unterstreichen. Sie können sich im Wettbewerbsvergleich positionieren und eine Kundenkommunikation pflegen, die ihnen ansonsten nicht möglich ist. Die Business-to- Business Kommunikation auf Messen weist daher auch nur geringe Streuverluste auf.

Somit sind zwanzig Messekontakte pro Tag effektiver, als jede andere Kommunikationsmaßnahme. Vor diesem Hintergrund wird klar, warum über zwei Drittel der deutschen Messeaussteller die internationalen Messen in Deutschland als wichtig oder sehr wichtig für ihr Auslandsgeschäft betrachten.

Quantitative Ziele der Messebeteiligung 2004 2006
Bekanntheit steigern 92 % 90 %
Neukundengewinnung 92 % 92 %
Präsentation von Produkten / Leistungen 90 % 85 %
Stammkundenpflege 89 % 88 %

 

Messestandort Deutschland

Die Lage Deutschlands im Zentrum der Europäischen Union, eines der größten Binnenmärkte mit mehr als 450 Millionen Menschen, übt ihre Attraktion auch auf weit entfernte Partner aus. Die hervorragende Infrastruktur, mit zahlreichen internationalen Flughäfen und einem dichten Straßen- und Schienennetz, ermöglicht eine leichte und komfortable An- und Abreise zu den Veranstaltungen.

Die Basis jeder guten Geschäftsbeziehung ist das Gespräch. Die Messen in Deutschland sind daher geprägt von einer intensiven Zusammenarbeit von Ausstellern, Besuchern und Veranstaltern um einen optimalen Service und marktorientierte Fachmessenkonzepte bieten zu können. Für Aussteller und Besucher zeigt sich dies insbesondere in den vielfältigen Angeboten über die Messestände hinaus. So sind Plattformen für einen umfassenden Meinungsaustausch, Fachkongresse und Symposien von internationalem Format, Tagungen und Events fester Bestandteil deutscher Messen. Hier werden neue Perspektiven von Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik aufgezeigt und Forschungsergebnisse diskutiert.
 
Die enge Zusammenarbeit mit Journalisten der Tages- und Fachpresse sorgen dafür, dass Ihre Messe einen hohen Stellenwert in der Öffentlichkeit erhält. Auf begleitenden Pressekonferenzen werden Branchentrends und Innovationen präsentiert und Besuche hochrangiger Politiker und Wirtschaftsführer tragen dazu bei, dass die Situation Ihrer Branche auch Gegenstand der wirtschaftspolitischen Diskussion ist.

Auf 24 deutschen Messeplätzen stehen für die Durchführung überregionaler und internationaler Messen und Ausstellungen knapp 2,7 Mio. m² Hallenfläche zur Verfügung, ergänzt durch professionelle, kompetente und erfahrene Messeveranstalter.

 

    

 

 

Verbände und Organisationen

Der 1907 gegründete AUMA (Ausstellungs- und Messe-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft e.V.) ist der Verband der deutschen Messewirtschaft. Er hat sich zur Aufgabe gesetzt Aussteller und Besucher zu informieren, deutsche Veranstalter bei ihren Auslandsmesseaktivitäten zu unterstützen und zur Transparenz des Messemarktes beizutragen. www.auma.de


FKM: Die Gesellschaft zur freiwilligen Kontrolle von Messe- und Ausstellungszahlen (FKM) hat einheitliche Regeln für die Ermittlung von Aussteller-, Flächen-, Besucherzahlen und Besucherstrukturen aufgestellt sowie standardisierte Antwortvorgaben für Besucherbefragungen entwickelt. Auf diese Weise wird eine Vergleichbarkeit einzelner Veranstaltungen erreicht. Die Einhaltung der Regeln lässt die FKM durch eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft kontrollieren.

UFI: Die UFI (Union des Foires Internationales) ist der internationale Interessensverband der weltweit größten Messeveranstalter und Messegeländeeigentümer.
Ziel der UFI ist es eine Plattform zum Austausch von Ideen und Erfahrungen zu bieten und den Mitgliedern Unterstützung durch Promotion von Fachmessen, Veranstaltung von Seminaren und Bereitstellung von Studien zukommen zu lassen.

 

 

 

 

 

 

 

Die Geschichte der ITB

Mit neun Ausstellern fing alles an

Die Internationale Tourismus-Börse zieht in jedem Jahr mehr als hunderttausend Besucher in die deutsche Hauptstadt und gilt als internationaler Treffpunkt der Branche. Von den mehr als 10.000 Ausstellern reisen drei Viertel aus aller Welt an. Auch knapp ein Drittel der Fachbesucher kommt aus dem Ausland, um sich auf der ITB über aktuelle Marktentwicklungen zu informieren und Geschäfte abzuschließen.

Bescheidene Anfänge
2009 findet die ITB Berlin zum 43. Mal statt. Noch 1965, ein Jahr vor der ersten Durchführung, war man seitens der Spitzenverbände des deutschen Fremdenverkehrsgewerbes nicht begeistert von der Idee, in Berlin eine Fachmesse für diesen Wirtschaftszweig zu etablieren. In den Archiven der Messe Berlin findet sich ein Briefwechsel, in dem von der Veranstaltung einer "Börse des Tourismus" wegen "vollständiger Zwecklosigkeit" dringend abgeraten wird.

Trotzdem hob der Gründungsvater der ITB Berlin, Prof. Dr. Manfred Busche, 1966 die erste Veranstaltung aus der Taufe. Sie fand im Rahmen einer Übersee-Importmesse statt: Neun Aussteller aus fünf Ländern (Ägypten, Brasilien, die BR Deutschland, Guinea und der Irak) stellten auf einer Ausstellungsfläche von 580 Quadratmetern auf dem Messegelände ihr Angebot 250 Fachbesuchern vor.

Goldenen Jahre der Tourismusbranche
Der sprunghafte Anstieg der Angebote für Urlauber und die schnell zunehmende Zahl von Firmen und Organisationen dieser Branche in den 60er Jahren bescherten 1968 auch der zweiten Veranstaltung großen Erfolg. Die "2. Internationale Börse des Tourismus" fand zeitgleich mit der Internationalen Boots- und Freizeitschau Berlin statt. Das "Superreisebüro" auf Zeit, jetzt auf 4.700 Quadratmetern, hatte inzwischen 1.250 Fachbesucher. 123.500 Berliner informierten sich über fremde Reiseziele.

Mit Rumänien und Ungarn präsentierten sich in der Zeit des kalten Krieges zwei Staaten des Ostblocks. Die ITB Berlin sollte auch in allen Folgejahren eine Präsentationsplattform über politische Grenzen hinweg bleiben, in der sich Aussteller aus der DDR oder der Sowjetunion genauso wie Ägypten und Israel in friedlicher Koexistenz während des Sechstagekrieges präsentierten.

Die Ausstellungsfläche der ITB Berlin wuchs rasant: Mit 13.400 Quadratmetern war 1972 erstmals eine fünfstellige Zahl erreicht. 1976 standen bereits 35.500 Quadratmeter zur Verfügung. Die ITB Berlin war längst zu einem Medienereignis geworden. Erstmals vergab der Verband Deutscher Reisejournalisten den von nun an jährlich verliehenen Preis für Personen, die sich um den Tourismus verdient gemacht haben.

Neue Ziele, neue Angebote
Die ITB Berlin gehört inzwischen zum festen Bestandteil des Veranstaltungskalenders der großen internationalen Tourismusverbände PATA, WTO, WTTC, COTAL und ASTA und des Marketingkalenders der touristischen Unternehmen. Sie ist die weltweit größte Reisemesse.

In den 80er Jahren gab es kritische Stimmen zur problematischen Seite des Tourismus. Sie führten zu neuen, alternativen Reiseangeboten. Trends wie sanfter Tourismus oder Gesundheitstourismus in den 90er Jahren und später die Wellnesswelle wurden auf der ITB aufgegriffen und mitgeprägt.

Quelle: Messe Berlin (Auszug)

 

 

Abschlussbericht ITB Berlin 2008: Beachtliches Plus trotz Streik auf
Flughäfen und im öffentlichen Nahverkehr
Mehr Fachbesucher aus aller Welt – Besuchermagnet ITB Berlin Kongress zieht 11.000 Teilnehmer an (+ 25 Prozent) – Partnerland Dominikanische Republik mit Geschäften hoch zufrieden – 177.891 Besucher in den Messehallen


„Die ITB Berlin wächst weiter. Nach Angaben der Aussteller wurden im Umfeld der ITB Berlin Umsätze von knapp sechs Milliarden Euro getätigt“, resümiert Dr. Christian Göke, Geschäftsführer der Messe Berlin. Die führende Messe der globalen Reiseindustrie präsentierte in diesem Jahr nicht nur mehr Aussteller als je zuvor. Trotz Streik und Schnee kamen in den vergangenen fünf Tagen auch mehr Besucher als im Vorjahr. Knapp 40 Prozent der Fachbesucher reisten aus dem Ausland an, um sich in der deutschen Hauptstadt über die aktuellen Trends der Branche zu informieren. „Der begleitende Kongress glänzte mit einem Besucherrekord und zieht immer mehr internationale Entscheider aus Geschäftsführungsetagen an. Damit hat die ITB Berlin ihre weltweite Führungsrolle erneut nachdrücklich unter Beweis gestellt“, so Dr. Göke weiter.

Die Stimmung in der internationalen Tourismus-Branche und im Geschäftsreisemarkt ist optimistisch. Die Aussteller zeigten sich mit ihrer Messebeteiligung sehr zufrieden. Die weltweit größte Reisemesse ging mit Rekordzahlen bei den Ausstellern an den Start. 11.147 Unternehmen aus 186 Ländern zeigten die neuesten Produkte und Dienstleistungen der Reisebranche (Vorjahr: 10.923 Unternehmen aus 184 Ländern). Nach einem lebhaften Andrang an allen Messetagen kann die ITB Berlin kurz vor Ende auch eine positive Bilanz bei den Besuchern ziehen. Insgesamt kamen 177.891 Besucher in die Messehallen. Von Mittwoch bis Freitag wurden 110.322 Fachbesucher gezählt (2007: 108.735). Am Wochenende informierten sich rund 67.569 private Besucher. Umfragen auf der ITB Berlin ergaben, dass über 70 Prozent der Privatbesucher nach ihrem Messebesuch beabsichtigen, eine Reise im Reisebüro zu buchen.

Die 42. Auflage der ITB Berlin war erneut voll ausgebucht. Da die 160.000 Quadratmeter der 26 Hallen unter dem Berliner Funkturm komplett belegt sind, bauen immer mehr Aussteller mehrstöckige Stände. Spektakuläres Beispiel war in diesem Jahr die Weltpremiere des Messeauftritts von Emirates Airline mit einem dreistöckigen, rotierenden Globus. Sowohl die Aussteller aus aller Welt als auch das Programm des ITB Berlin Kongress Market Trends & Innovations zeigten deutlich, dass sich die Reiseindustrie intensiv mit den Folgen des Klimawandels für den Tourismus auseinandersetzt. Der Kongress konnte mit hochkarätigen Rednern wie Bertrand Piccard oder Peter Sloterdijk sowie einem vielfältigen Programm mit Themen aus der Flug- und Hotelbranche, aus Travel Technology und Destinationen mit 11.000 Besuchern eine Rekordteilnahme verzeichnen. Auch die Business Travel Days, die in diesem Jahr von CNN-Korrespondent Richard Quest eröffnet wurden, trugen zur Steigerung der Besucherzahlen um ein Viertel bei.

Die ITB Berlin genießt zunehmende Attraktivität als Marketinginstrument bei Destinationen. Die Nachfrage von Bewerbern für die kommenden Messen gipfelte in der Vertragsunterzeichnung mit dem türkischen Tourismusminister für das Jahr 2010. Bewerbungen für die Jahre 2011 und 2012 laufen bereits.

Aussteller sind mit Geschäftsabschlüssen sehr zufrieden
Insgesamt bewerten die Aussteller der ITB Berlin den geschäftlichen Erfolg ihrer Messebeteiligung positiv und sind mit dem Verlauf der Messe sehr zufrieden: 92 Prozent wollen an der ITB Berlin 2009 voraussichtlich wieder teilnehmen. 83 Prozent der Aussteller sind mit dem geschäftlichen Ergebnis ihrer Messebeteiligung zufrieden.

Begeisterte Besucher
Das Angebotsspektrum der ITB Berlin war für die Besucher noch attraktiver als im Vorjahr. 95 Prozent des Publikums bewerteten es in diesem Jahr als sehr gut oder gut, das entspricht dem Niveau des Vorjahres. Wie 2007 würden 94 Prozent der Besucher die Messe ihren Bekannten oder Kollegen weiterempfehlen. 87 Prozent wollen im nächsten Jahr wiederkommen.

ITB Berlin als Treffpunkt für Medien und Politik
Die ITB Berlin ist ein internationales Medienereignis. Neben den internationalen Nachrichtenagenturen waren rund 8.000 Journalisten aus 90 Ländern anwesend. Vertreter aus Politik und Diplomatie zeigten auf der weltweit größten Reisemesse verstärkt Präsenz. Es kamen 171 Vertreter aus Politik und Diplomatie aus 100 Ländern zur ITB Berlin (2007: 137 Vertreter aus 85 Ländern). Darunter waren 71 Botschafter, 82 Minister sowie 18 Staatssekretäre.

Die nächste ITB Berlin findet von Mittwoch bis Sonntag, 11. bis 15. März 2009, statt. Partnerregion ist das Ruhrgebiet als Kulturhauptstadt Europas 2010.

 

 

  Contact: Prof. Dr. Wolfgang Georg Arlt FRGS
Bachelor and Master Program International Tourism Management
arlt@fh-westkueste.de, Office 2.018, Tel. 0481 8555-513
Consultation hours (during lecture period): Tuesday 16.00 - 17.00 h

home.gif